Finca Vegana

Aus dem Blog

Finca Familie Lenny, James und Nina, Schnappschuss in schwarz-weiß

Rückblick auf ein Jahr Finca Vegana

Manchmal spürt man gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Aus Sommer wird Winter und in einem Augenblick ist der Frühling schon da. 

Ab ins kalte Wasser

Über ein Jahr ist es schon her, dass wir mit unserem Camper Helmut auf der Finca Vegana ankamen. Ein Jahr voller Höhen und Tiefen, voller Tränen und Lachen, voller Freude und Sorgen. Man übernimmt halt nicht jeden Tag eine Finca mit drei Hektar Grundstück, fünf Ferienhäusern, Pool und großem Herrenhaus – noch dazu in einem fremden Land. Das da die ein oder andere gefühlt unlösbare Aufgabe ansteht, war uns natürlich klar. Aber was es eigentlich bedeutet ein so riesiges Projekt zu übernehmen konnten wir nur erahnen.

„Das könnt ihr doch nicht machen!“

Viele der Menschen, die uns am nächsten stehen, haben uns davon abgeraten, so spontan eine Finca zu übernehmen. Aber wir haben hier unseren Traum gesehen und es hat sich einfach richtig angefühlt. Jetzt, ein Jahr später, werden wir oft gefragt, ob wir unsere Entscheidung bereuen oder ob wir es wieder machen würden.

Ein ehrlicher Einblick

Im letzten Jahr haben wir viel erlebt. Wir hatten einen unglaublich schönen Sommer mit vielen tollen Begegnungen und Momenten – und auch mit GANZ viel Arbeit! Ein Pool zum Beispiel ist viel schwieriger instand zu halten als man denkt! So kippte er uns im Sommer mehrmals um und wurde dunkelgrün – und das ausgerechnet, als wir ausgebucht waren. Dann ging das Auto kaputt, die Spülmaschine gab ihren Geist auf und setzte die Küche unter Wasser. Bei der Fehlersuche nutzten wir das Handy als Taschenlampe, es fiel runter und das Display ging kaputt – das alles zufällig an einem Tag. Ja, da fragt man sich dann schon, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat…

Der Herbst brachte andere Herausforderungen mit sich. Immer wieder fielen kleine und große Reparaturen an, die uns manchmal zur Verzweiflung brachten. Die Vermieterin kommt für keinerlei Kosten auf. Wir kümmern uns um alles selbst und haben außer unseren Helfern auch niemanden der uns unterstützt. So hatten wir keine Wahl als Löcher zu stopfen und Schäden zu flicken, denn aufgeben war natürlich keine Option.

Das wirklich große Tief kam im Winter. Im Dezember hatten wir noch viele Gäste und auch einige Camper, dann aber wurde es fast schon gespenstisch still. Im Januar, Februar und März hatten wir viel zu wenig Buchungen und machten Monat für Monat große Verluste. Es war kalt, ungemütlich und trotz Nebensaison hörte die Arbeit nie auf. Im Winter planten wir das kommende Jahr, knüpften neue Verbindungen, setzten lange geplante Projekte um und erweiterten unsere Kochkenntnisse. Holz musste gehackt und undichte Fenster repariert werden.

Der Weg in unsere kleine Oase im Winter mit Blick auf das Eingangstor

Mittlerweile war auch Josie, unsere Border Collie Hündin, bei uns und brauchte viel Aufmerksamkeit. Kurz vor Weihnachten wurde sie uns geschenkt und wir wussten, dass da eine Menge Arbeit auf uns zu kam. Ein 6 Wochen alter Welpe, der erste Winter hier und die Vorbereitung für die nächste Saison: Wir durften so viel Neues ausprobieren und lernen. Doch auch die größten und scheinbar unlösbaren Aufgaben haben wir als Team gemeistert. Eine Sache blieb aber: Das ständige Gefühl, nicht genug getan zu haben. Wir wussten nicht, wie wir mit dem Stress umgehen sollten und wie wir allem gerecht werden können. Als es dann im April einmal richtig knallte wurden wir wachgerüttelt.

Die Kehrtwende

Wenn wir hier leben und arbeiten möchten, mussten wir etwas grundlegend ändern. Es mussten Regeln her, Grenzen und ein bisschen mehr Familienzeit. So konnte es nicht weitergehen, denn wir merkten beide, dass unsere Batterien leer waren. Gesagt, getan. So entwickelten wir innerhalb der letzten Monate einen Haufen an Richtlinien, die uns das Leben leichter machen. Alle Helfer und Freunde, die im letzten Jahr bei uns waren und uns dazu geraten haben werden jetzt schmunzeln, denn sie haben es uns immer wieder ans Herz gelegt. Aus Angst, dass wir damit unserem Geschäft schaden und zum Beispiel Buchungen verlieren könnten, haben wir viel zu lange gezögert. Man glaubt es kaum, aber bisher haben diese Änderungen nicht zu einer einzigen Beschwerde geführt, ganz im Gegenteil. Unsere Gäste und Helfer respektieren das, was wir hier tagtäglich machen, ausnahmslos und unterstützen uns sehr.

So haben wir diesen Sommer, dank Siesta Zeiten und Frühstück im Kreis der Familie, sogar fast schon entspannt erlebt. Wir nehmen uns wieder Zeit für Sport und Freizeit, damit wir unsere Batterien aufladen und leistungsfähig sein können. Denn wovor uns alle gewarnt haben stimmt zu 100 Prozent: Ein Geschäft zu führen und gleichzeitig eine Beziehung, ist schon nicht ohne. Noch dazu Eltern sein, eine fremde Sprache lernen und komplett neu anzufangen, kann einen schon mal überfordern 😉

Zufall oder Schicksal?

Ob Zufall oder Schicksal, das werden wir wohl nie herausfinden. Eins aber wissen wir ganz genau: Alles ist genau so, wie es sein sollte. Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, und wir waren bereit für diese neue, große Herausforderung.

Das Leben auf der Finca Vegana hat unzählige schöne Seiten. Wir leben in einem kleinen Paradies, umgeben von Natur und Bergen – genau das, was wir uns immer gewünscht haben. Es gibt genügend Platz um all unsere Freunde und Familie zu Besuch zu haben und wir können sie immer mit hausgemachtem Essen begeistern. Außerdem haben wir so viel über uns selbst gelernt. Minimalismus, Nachhaltigkeit, Veganismus – die Themen sind endlos und wir lernen weiterhin dazu. Wir sind dankbar für jeden Tag, den wir an diesem wunderschönen Ort verbringen dürfen. All die schönen Begegnungen, die tiefgründigen Gespräche und natürlich die Erfahrungen, die wir hier sammeln, sind unbezahlbar. Wir freuen uns auf das kommende Jahr und alles, was kommt. Danke an alle, die an uns geglaubt haben und an alle, die uns auf unserem Weg begleitet und unterstützt haben. Wir sehen uns im Paradies!

Melde Dich zu Wort

Verfügbarkeit prüfen

Anreise:

Abreise:

Erwachsene:

Kinder:

 

 

Suche...