Finca Vegana

Aus dem Blog

Von Corona, der neuen Realität und unseren Träumen

Die ganze Welt befindet sich im Umbruch. Alles ist anders. Nach Wochen der Ausgangssperre und des Kontaktverbots kommen langsam aber sicher wohl alle an ihre Grenzen. Auch die Finca Vegana braucht Unterstützung, denn Spanien ist eins der Länder, die am härtesten von der Coronakrise getroffen wurden. Bis auf Geschäfte und Industrien, die lebensnotwendige Dinge verkaufen, ist alles geschlossen. In den Straßen herrscht gähnende Leere und die wenigen Menschen, die man sieht tragen alle einen Mundschutz. Die Angst steht vielen ins Gesicht geschrieben.

Bestandsaufnahme

Raus darf man hier nur in Ausnahmefällen, ansonsten ist es seit dem 14. März verboten, das Haus zu verlassen. Nur Einkaufen, Medikamente holen, sich um Bedürftige kümmern und zur Arbeit, wenn man denn noch eine hat, darf man, sonst nichts. Ansonsten wurde alles komplett dicht gemacht, die Welt in Spanien stand wochenlang still. Nicht einmal Takeaway durften die Restaurants und kleinen Bars anbieten. Das bunte Treiben, die lauten, lebenslustigen Spanier und die Caballeros am Marktplatz vermisst man hier schmerzlich.

Der Hauptplatz in Algodonales mit der berühmten Kirche, gesäumt von Orangenbäumen

Neuer Alltag

Jetzt, sechs Wochen später, stellt sich langsam eine neue Normalität ein. Wenn wir die Finca zum einkaufen verlassen ist es wie ein Ausflug in eine andere Welt. Mittlerweile ist es schon normal, das gleich am Ortseingang die Personalien aufgenommen werden und sowohl der Grund des Besuchs notiert wird als auch die Zeit. An manchen Tagen wird sogar das Auto ungefragt mit Bleiche desinfiziert. Dazu stehen dann zwei Menschen in Schutzanzügen bereit, die das Fahrzeug von oben bis unten absprühen. Zwei Mal die Woche werden sogar die umliegenden Dörfer desinfiziert.

Dann geht das Abenteuer los. Anstehen, warten, desinfizieren, Handschuhe, Sicherheitsabstand und natürlich am liebsten mit Karte zahlen. Da viele Läden hier auf dem Land so klein sind darf nur eine Person eintreten. Das hält die Spanier natürlich nicht davon ab, ein Schwätzchen zu halten und sich nach dem Wohlbefinden der gesamten Familie zu erkundigen. Einschließlich der Großgroßtante und deren Enkeln 🙂 Doch es ist schön zu sehen, dass sie zumindest ihren Hang zur Gemütlichkeit nicht verloren haben und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Von Höhen…

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir den Lockdown hier verbringen dürfen, auf einem großen Gelände mitten in der Natur. Das Grundstück ist sogar groß genug, dass wir joggen gehen können. Der Weg um die Finca ist ungefähr 500m lang und mittlerweile schon ziemlich abgelaufen. Das ist unser neuer Alltag in dieser seltsamen Zeit. Wir versuchen ein Stückchen Normalität herzustellen, indem wir versuchen unsere täglichen Routinen einzuhalten. Morgens Yoga, raus an die Luft, ein heißer Tee mit Ingwer und frischer Minze aus dem Garten, dann gemeinsames Frühstück. Anschließend geht es an die Arbeit, ja, denn davon haben wir hier zum Glück genug.

Meistens beginnt James den Tag mit Reparaturen oder schließt Projekte ab, die in der Zeit vor Corona immer liegen geblieben sind. So haben wir nun an alle Ferienhäuser eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder angebracht und die Hauptwege sind ebenfalls beleuchtet. Neue Sitzgelegenheiten sind an den Zugängen zum Bach entstanden und fast vergessene Hängematten haben ein Zuhause gefunden. Alte Lagerstellen wurden aufgeräumt und neu sortiert, wodurch ganz viel Platz geschaffen wurde. Makramee Blumenampeln verschönern die Häuser und auch den lang ersehnten Gemüsegarten haben wir endlich angelegt.

Ein doppelter Regenbogen im Tal der Finca Vegana

Wenn wir ganz ehrlich sind, genießen wir die Ruhe, die uns diese Situation gerade schenkt, schon ein bisschen. Wir sind dankbar für so viel Zeit mit Lenny und genießen die Zeit als Familie sehr. Er bekommt viel mehr Aufmerksamkeit als im normalen Finca Alltag und so manches Mal kuscheln wir Morgens einfach eine ganze Stunde lang im Bett. Wir drei sind uns noch näher gekommen und als Familie zusammengewachsen.

…und Tiefen

Die Maßnahmen, die getroffen wurden, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, betreffen fast jeden in irgendeiner Form. Für uns bedeuten sie, dass die Tore zu unserem kleinen Paradies seit Mitte März geschlossen sind. Momentan ist nicht absehbar, wann wir wieder Gäste empfangen dürfen. Möglicherweise bleiben die spanischen Grenzen bis Ende des Jahres für Touristen geschlossen. Finanziell würde das für uns den totalen Zusammenbruch bedeuten. Doch das ist nicht die einzige Hürde, die wir gerade nehmen müssen:

Die lange überfällige Sanierung des Pools liegt auf Eis, da wir weder die benötigten Werkzeuge haben noch die Handwerker rausfahren dürfen. So ist der Pool eine riesige Baustelle: Mosaikteile sind abgeschlagen und Löcher drumherum gebuddelt, um neue Rohre zu verlegen. Der Rasen ist mittlerweile so hoch, dass Lenny sich darin verstecken kann, weil unser Rasenmäher kaputt ist. Da man aber nicht rausfahren darf, um den Mäher zu reparieren und die Teile, die wir nun bestellt haben um ihn selbst zu reparieren, auf sich warten lassen, können wir uns auch hier nur in Geduld üben.

Ein Blick in die Zukunft

Unter den aktuellen Umständen wird die Finca Vegana nicht mehr lange bestehen, denn kein Tourismus bedeutet für uns keine Einnahmen. Die Unsicherheit ist groß, die Zukunft für uns und viele andere Menschen ungewiss. Sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden ist die Finca bestimmt ein begehrter Ort: Natur pur, ein weitläufiges Grundstück, abgeschiedene Lage. Doch verständlicherweise bucht gerade niemand einen Urlaub, denn keiner weiß, was in den nächsten Monaten passiert.

Doch wir lassen uns nicht unterkriegen. Hinter den Kulissen kümmert sich Nina weiterhin um die unsichtbare Seite der Finca wie die Website, Kommunikation mit Gästen und Social Media. Außerdem haben wir vor einer Woche eine Crowdfunding Kampagne ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung unserer Community möchten wir die Existenz unserer kleinen Oase sichern. Mehr Informationen und wie du uns unterstützen kannst, findest du hier.

 

Zuversicht und eine gute Portion Mut haben uns bis hierher gebracht. Innerhalb von einem Wochenende haben wir die Finca übernommen und mittlerweile ist sie für uns mehr als ein Herzensprojekt. Sie ist unser Leben und wir haben eine Vision. Neben den Ferienunterkünften wünschen wir uns ein kleines Bistro mit Unverpacktladen, das von unserer Community aus Gleichgesinnten betrieben wird. Die Tiere, die wir gerettet haben, laufen frei herum und sind Teil unseres Lebens. Außerdem möchten wir soweit möglich Energie aus Solarzellen beziehen um nur einige Projekt zu nennen, die wir gerne umsetzen würden. Alles in allem möchten wir einen Ort erschaffen, der Menschen inspiriert – mit dem kleinstmöglichen ökologischen Fußabdruck.

Die Hoffnung bleibt, dass ein Ort wie dieser, der so vielen Menschen am Herzen liegt, diese Zeit überstehen wird. Deshalb hoffen wir auf eure Unterstützung und werden in der Zwischenzeit die Finca für euch noch weiter verschönern.

Wir wünschen dir und deinen Liebsten Gesundheit und hoffen, dass du diese außergewöhnliche Zeit positiv für dich nutzen kannst. Und die Optimisten in uns freuen sich schon jetzt auf deinen nächsten Besuch in unserem Paradies.

Nina, James und Lenny

3 Kommentare

  1. Michael Luhm - 03/06/2020 10:20

    Hallo liebe finca vegana Gastgeber, ist die finca vegana wieder geöffnet fuer Gäste oder noch geschlossen?
    Lieben Gruß, Michael

    Reply
    • Nina Grätz - 19/06/2020 13:10

      Hi lieber Michael,
      ja wir sind teilweise schon wieder geöffnet. Die große Wiedereröffnung findet am Wochenende 10.-12. Juli statt.
      Wann möchtet ihr denn kommen?
      Ganz liebe Grüße aus dem Paradies 😉

      Reply
  2. Luisa Schneider - 20/09/2020 18:08

    Hallo ihr Lieben,
    keine Anfrage, aber wir vermissen euch und die Finca Vegana sehr. Die Zeit war wirklich toll bei euch und ist uns herzlich in Erinnerung geblieben. Eure warme Art das gute Essen und einfach die schöne unbeschreiblich tolle Atmosphäre bei euch…. Wir kommen definitiv wieder und schicken ganz liebe Grüße aus Leipzig und grüßt auch Lenny von uns, Lu und Joshi<3

    Reply

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